Bei diesem Workshop geht es darum, Malen als lebendigen Prozess zu erleben – einen Prozess, der symbolisch für etwas steht, das sich in den entstehenden Bildern nach und nach zeigt.
Ausgangspunkt sind innere oder äußere Impulse: etwas, das gerade bewegt – ein Gefühl, eine Fantasie, eine Erinnerung – oder etwas, das im Außen wahrgenommen wird, etwa ein Gegenstand, ein Raum oder eine Stimmung. Diese Impulse bilden den Startpunkt des künstlerischen Tuns.
Wir wählen passende Werkzeuge, Materialien und Farben und entwickeln einfache Regeln für Handlungen oder Gesten, die den Ausgangsimpuls symbolisch tragen. In sich wiederholenden Abläufen entsteht ein persönlicher Arbeitsrhythmus, der Sicherheit schenkt und zugleich Raum für Überraschungen lässt. Schritt für Schritt vertiefen wir unser Thema, entdecken immer wieder neue Schichten und nähern uns unserem Impuls auf ungeahnte Weise. Dabei geht es darum, dem Impuls „treu zu bleiben“ - ihn nicht verändern, verschönern oder verklären zu wollen, sondern ihm in aller Konsequenz und Leidenschaft immer wieder zu begegnen.
So wird Malerei zu einem Ritual und zu einer Form der Selbstbegegnung. In diesem Tun kann sich nach und nach die Bedeutung und der besondere Wert dessen offenbaren, womit wir uns beschäftigen – spürbar für uns selbst und auf künstlerische Weise teilbar mit anderen.